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Silvesterchlausen

Silvesterchlausen
Das Silvesterchlausen ist im ausserrhodischen Hinterland, also in den Gemeinden Urnäsch, Herisau, Hundwil, Stein, Waldstatt, Schwellbrunn und Schönengrund, der eindrücklichste Winterbrauch.

Seit einigen Jahren gibt es auch wieder Chläuse im Mittelland. Zurzeit sieht es danach aus, als ob der alte Brauch ehemals verlorenen Boden wieder zurückgewinnen könnte. Heute unterscheidet man mehr oder weniger deutlich drei Arten von Chläusen: die «wüeschte», die «schöne» und die „schö-wüeschte“ (Wald- oder Naturchläuse). Sie treten alle fast ausschliesslich in Gruppen auf, «Schuppel» nennt sie der Einheimische. Die einen tragen eine oder zwei Schellen und stellen «Mannevölcher» dar. Man nennt sie noch häufiger nach ihrem Instrument «Schelli» oder Schellenchlaus. Die anderen sind die «Rollewiiber» oder «Rolli», mit einem Rollenträger um den Oberkörper. Obwohl die Rollenweiber eindeutig weibliche Kleidung tragen, versteckt sich unter der Maskerade ein Mann. Das Chlausen ist ein ausgesprochener Männerbrauch, nur bei den «Goofeschüppeli» machen hie und da auch Mädchen mit.

Ein Tagesablauf
Am neuen Silvester, also am 31. Dezember, um genau 05.00 Uhr treffen sich eine grosse Anzahl Männer mit Schellen und Rollen – noch ohne Kopfschmuck und Groscht - auf dem Dorfplatz zum Frühchlausen. Dazu werden im ganzen Dorfzentrum während 15 Minuten alle Lichter gelöscht. Es ist üblich, sich ruhig zu verhalten. Blitzlichter oder Autoscheinwerfer stören die mystische Atmosphäre. Die Hauptstrasse ist im Bereich Dorfplatz in diesen 15 Minuten für den Durchgangsverkehr gesperrt. Anschliessend wird bei einem Freund oder Mitglied der Gruppe gefrühstückt, dann ziehen sie ihren Groscht an. Gruppenweise ziehen die Chläuse von Haus zu Haus, voran der «Vorrolli», in der Mitte schön hintereinander die «Schelli» und am Schluss der «Noerolli» (Nachrolli). Vor einem Haus stellen sie sich in einem Kreis auf, schellen und rollen, dass es eine Art hat, beruhigen sich dann und stimmen ein Zäuerli an. Das wiederholt sich üblicherweise dreimal. Dann wünschen die Chläuse dem Hausherrn und seiner Familie mit kräftigem Händedruck ein gutes neues Jahr und ziehen in der gleichen Reihenfolge, wie sie gekommen sind, zum nächsten Haus. Das Chlausen ist eine körperlich sehr anstrengende Sache. Der «Schelli» mit den grössten Schellen in einem schönen «Schuppel» trägt gut und gerne zwischen zwanzig und dreissig Kilo mit sich herum. Der Silvestertag ist lang – oft bis in die Morgenstunden, da am Abend noch in den Wirtschaften geklaust wird.

Am alten Silvester, also am 13. Januar, ist der Tagesablauf derselbe wie am neuen Silvester, nur das Frühchlausen findet nicht statt.

(Quelle: www.appenzellerland.ch)
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